Oh Gott, nein!
28.06.2010
Illustration von Mike Mitchell

Illustration von Mike Mitchell

Das Tor der Engländer im WM Spiel gegen Deutschland, wurde, wie im neu eingeführten Videobeweis zu sehen ist, zu recht nicht gegeben. Weiter machen! ![]()

Die ganze Welt scheint ja mittlerweile im Applewahn zu sein. Die Applestores, in welchen erwachsene Menschen mit dem selben Glitzern in den Augen herumschleichen, wie ich als 16 Jähriger um Sportmotorräder, schießen, wie Pilze aus dem Boden und es gilt als uncool und veraltet, wenn das neue technische Spielzeug keine abgerundeten Kanten, Chromüberzug und bunte Glasbuttons aufweist. Und ganz wichtig, es muss „multitouchfähig“ sein. Oh ja, dieses Grabschen über Bilder, was je nach Bildmotiv die sexuellen Urinstinkte zu wecken scheint.
Nachdem ich von meinem billigen Zwischenlösungshandy, mit welchem ich nicht mal vernünftig eine SMS schreiben konnte, die Schnauze voll hatte, musste ein neues Handy her. Nach etwas Recherche standen das iPhone und das Nexus One auf meiner Favoritenliste. Das Nexus One entschied klar das Rennen, da es mehr bot, als das iPhone und das für die Hälfte des Preises.
Nach knapp einem Monat mit meinem neuen Handy, bin ich hochzufrieden. Ich navigiere, telefoniere, bin im Internet, schreibe und empfange SMS und E-Mails, verwalte meinen Kalender, mache Fotos und Videos, schaue mir Satellitenaufnahmen von der ganzen Welt an und fahre mit der interaktiven Sternenkarte über den Sternenhimmel, weiß ganz genau auf welchem Längen- / Breitengrad und in welcher Höhe ich mich befinde und in welche Himmelsrichtung ich gerade schaue, weiß für die komplette Woche was im Fernsehen läuft und welches Wetter es gibt, kann das mir unbekannte Musikstück erkennen lassen, meine Joggingapplikation nimmt für mich Zeit, Strecke und Geschwindigkeit auf, während ich meine Lieblingsmusik dazu höre und zeigt mir die Laufstrecke anschließend in GoogleMaps an. Und das alles, ohne einen einzigen Cent für diese Extras oder „Apps“ gezahlt zu haben. Herz was willst du mehr.
Apropos Musik. Ich war einer der Ersten, die sich iTunes runter geladen haben. Alles in einem Programm, alles cool. Ich habe mir fleißig Musikstücke, trotz der damals dämlichen Beschränkung der Vervielfältigung der Stücke, im Musikstore geladen. Mittlerweile verlangt Apple aber bei manchen Stücken 1,29 Euro, statt der üblichen 99 Cent. Geht gar nicht und ich geh zu Amazon, wo ich schon Stücke für 84 Cent gekauft habe und diese die gleiche Qualität aufweisen.
iPad? Mal ehrlich, wer braucht sowas? Wenn ich ein portables Spielzeug in diese Richtung haben möchte, dann hole ich mir doch einen „richtigen“ Tablet-PC. So mit umklappbarem Display, Tastatur, Laufwerk und so. Auf diesem kann ich genauso mit den Fingerchen die Objekte auf dem Bildschirm hin und her schieben, habe aber darüber hinaus die Möglichkeit bequem auf der Tastatur Texte zu verfassen und auf dem umgeklappten Display mit einer feinen, drucksensitiven Stiftspitze meine Skizzen und Bilder zu fertigen und Fotos zu bearbeiten.
Letztes KO-Argument der Applefanboys und – girls: „ABER auf meinem APPLE läuft alles viel stabiler!“ Ich kann mich beim besten Willen nicht dran erinnern, wann mein PC jemals abgeschmiert ist. Und ich spiele nicht jeden Monat, ja noch nicht mal jedes Jahr alles neu auf. Komischerweise ist mir letztens iTunes abgestürzt. Waren wahrscheinlich die negativen Applegedanken.
Nein Apple, du wirst mich nicht bezirzen können. Und trotzdem bin ich froh, dass es dich gibt; denn du hast so einige Innovationen vorangetrieben. Dennoch fürchte ich, dass du dich in letzter Zeit, wie bei der iTunes-Preiserhöhung oder der Ausschließung von Flash etwas überschätzt.
Herrlicher Text von Franzi…
„In letzter Zeit kommt es mir immer mehr vor wie ein Vorwurf. Ich bin unterwegs – mit Freunden, Bekannten, der Familie – und muss dagegen ankämpfen, sie nicht einfach stehen zu lassen und mich mit einem Schokoriegel in eine Ecke zu setzen und mir den manipulativen Beziehungsscheiß von außen anzusehen. Psycho-Scheiß. Ich wusste mal die Definition dafür, denn man ist manchmal nicht gefeiht davor ein naiver, trauriger Mensch zu sein, der geliebt oder wenigstens beachtet werden will. Aber es wird weniger. Irgendwann. Dann habe ich angefangen mich selbst zu beachten, was die Sache nicht grundlegend bessert, aber immerhin verkürzt das die Phasen, in denen man von anderen beachtet werden will, weil man sonst Angst hat, gar nicht zu existieren.
Der Vorwurf ist: Ich finde nur allein statt. Und das reicht nicht, denn da muss doch irgendwer sein, über den ich auf der Grillparty sagen kann: “Schatz kommt zwanzig Minuten später.” Und, ernsthaft, es gibt Tage, da ist es mein sehnlichster Wunsch, irgendeiner unbeteiligten Person in irgendeiner Situation zu sagen “Hier… Schatz kommt zwanzig Minuten später.” Und dann denkt sich diese Person: Schön, Franzi hat jemanden, endlich hat sie ein Leben!
Man muss sich rechtfertigen. Wenn man niemand ist, der in einer Beziehung ist oder sich von einer Beziehung in die nächste flüchtet oder in gesunden Abständen von eineinhalb Wochen mit irgendwem Sex hat, dann muss man sich rechtfertigen. Weil die Gesellschaft so ziemlich alles toleriert und versteht. Sie toleriert es, für dumm verkauft zu werden. Sie toleriert es, dass ihre Kinder zu stupiden Vollidioten heranwachsen. Sie versteht nur nicht auf Anhieb, dass es Menschen gibt, die alleine sind. Nicht mehr und nicht weniger. Und die diese Tatsache auch nicht einfach wegficken können und wollen. Oder sich bei jeder neuen Bekanntschaft dazu zwingen, sich ein kleines bisschen zu verlieben oder irgendein warmes, sagen wir lauwarmes Gefühl aufzubauen, das ihnen vielleicht hilft auf dem Weg zu einer Beziehung. Es gibt Menschen, die können das. Und es gibt Menschen, die können das nicht. Die verlieben sich nicht einfach so, drei- oder viermal im Jahr. Es gibt Menschen, die verlieben sich noch nicht mal einmal in drei Jahren.
Vorwürfe. Einige davon mache ich mir auch selbst. Zum Beispiel, dass ich nicht liebenswert genug bin. Cupcake-mäßig-liebenswert. Ihr versteht schon. Dass es meine eigene Schuld ist. Dass ich nicht gut genug bin, mich besser anziehen könnte, zum Beispiel mehr Strass, Strasssteine wären gut, die glitzern so schön und eine Flirtschule könnte ich auch mal besuchen. Und diese Haare. Warum habe ich so dünnes Haar? Ich lass es abschneiden im Juni. Kürzere dunkle Haare, damit mich erst recht niemand mehr beachtet.
Es ist ein unausgesprochener Vorwurf. Warum strengst du dich nicht an, spulst das Programm ab und steckst am Ende in einer Beziehung, wie ein Großteil der Menschen da draußen? Wie kannst du es wagen ein 25jähriger, berufstätiger, weiblicher Single zu sein? Jeder hat doch Spaß an Liebe und Zweisamkeit und Pärchenveranstaltungen. Wie zum Beispiel in Einrichtungshäuser gehen. Wenn man mit seinem Vater oder der Schwester in ein Einrichtungshaus geht, dann gucken einen alle komisch an, weil das ja nicht sein kann.
Alle sind vergeben. Glaubt mir. Alle. Außer mir und ein paar Ausnahmen. Wir sind die Gefühlszombies dieser liebeskranken Gesellschaft. Keinen Partner zu haben heißt, dass irgendwas defekt sein muss. Ich glaube auf die Idee zu kommen, dass obwohl der Mensch dafür geschaffen ist zu zweit oder in einer Gruppe zu leben, in vielen Beziehungen mehr defekt ist als bei Menschen, die allein sind, auf diese Idee kommt niemand. Dass es krank ist, wenn Frauen plötzlich ihre Pizza nicht mehr allein bestellen können, weil sie erst Rücksprache mit ihrem Freund halten müssen. Dass es krank ist, wenn Männer extra zwei Stunden länger wegbleiben, weil sie nicht vor allen anderen nach Hause gehen oder vor ihrer Freundin irgendeine Rolle aufrecht erhalten wollen. Dass es genauso krank ist, wenn Leute plötzlich ihre Freunde vernachlässigen auf eine Art und Weise, die man nicht mehr als normal bezeichnen kann. Dass Beziehungen, die eigentlich für Partnerschaftlichkeit und Verantwortung für andere stehen sollten, oft das Gegenteil von dem sind – das ist krank. Jede Nacht neben jemandem einzuschlafen, nur um nicht allein zu sein – das ist krank. Sich einzureden, dass man verliebt ist, aber das Gefühl haben, der ältere Bruder oder Lieblingscousin bumst mich gerade, sich dann zu freuen, dass wenigstens ein anständiger Orgasmus dabei heraus kam und man sich am Ende schön aneinander kuscheln kann… ernsthaft… denkt ihr wirklich, dass bei Menschen, die einfach alleine sind etwas defekt oder falsch oder nicht gut genug ist?
Ich lebe in einer Welt, in der Tütensuppen auf zwei oder vier Mann ausgerichtet sind und in der man mich verkuppeln will, weil man denkt, das wäre hilfreich. Wtf. Sich voneinander trennen und drei Wochen später schon wieder vergeben sein – Wie schlecht geht es solchen Leuten? Wie lächerlich sind solche Leute? Wo zum Teufel in eurem Gehirn ist dieser Riesenkomplex versteckt, dass ihr ihn nicht finden und anderweitig lösen könnt? Warum muss da immer eine Mumu oder ein Pillermann sein, der euch tröstet? Was haben eure älteren Geschwister euch in eurer Kindheit angetan?
Liebe ist das größte auf der Welt. Wieviele von diesen ganzen Arschgeigen, die unter Kontrollzwang leiden, haben das überhaupt begriffen? Liebe hat mit Schwäche zu tun, aber wie viele Vollidioten gibt es da draußen, für die Schwäche ein Tabu ist? Und viele von ihnen leben in Beziehungen. Was sind das für Beziehungen? Habt ihr ein Problem damit, euch das Gericht vom Vortag aufzuwärmen und verdammt nochmal alleine zu essen? Wo liegt der Unterschied darin, mutterseelenallein durch die Wohnung zu laufen und ein anständiges Selbstgespräch zu führen oder auf einen Menschen einzureden, der einem seit einen halben Jahr sowieso nicht mehr zuhört?
Und ich will nicht den Teufel an die Wand malen. Scheiße, nein. Da draußen gibt es viel Liebe, viel echte Liebe, Leute die es meiner Meinung nach verdient haben, geliebt zu werden. Weil sie irre sexy oder warmherzig oder klug oder sanftmütig oder charismatisch sind. Aber Himmelarschundzwirn, guckt euch doch mal um. Wieviele Idioten da draußen rumlaufen. Die auch noch sprechen können. Und sich vermehren. Und die dann mit dem größten Scheiß um die Ecke kommen und urteilen und der Meinung sind eine Partnerschaft sei das Allheilmittel. Nein, ist es nicht. Wer vorher doof war, ist es auch nachher noch.
Du bist irgendwie doof? Deine Freundin, die irgendwie aussieht wie Mama Bär, wird an dem Zustand auch nichts ändern können. Du bist so helle wie zehn Dunkle, siehst aus wie eine furchtbar schlechte Pocahontas-Karikatur und hast einen unglaublich avantgardistischen, aber schlussendlich doch langweiligen Lebensstil? Herzlichen Glückwunsch. Such dir doch irgendeinen alternativen Freund, damit ihr zusammen schrecklich langweilig sein könnt. Aber tut nicht so, als wäre das das gelbe vom Ei, denn das ist es nicht. Dein Vater wählt die CDU und bumst seine Sekretärin, deine Mutter ist eine alkoholkranke Schreckschraube, du kannst keine Schwäche zugeben, deine Beziehung ist ein Scheiß wert, rede anderen nicht ein, dass sie einen ähnlich großen Scheiß jetzt im Moment brauchen, nur weil du ihr Selbstwertgefühl oder ihre Lebensart nicht auf Anhieb einordnen kannst in irgendeine Schublade deines Scheiß vorgefertigten Schranks.
Ehrlich Mann. Leute? Ich möchte nicht verkuppelt werden. Außer mit Klaas von mtv vielleicht.“
Hach… Island… Irgendwann werde auch ich dorthin reisen dürfen und bis dahin überbrücke ich die Zeit mit solchen geilen Videos, wie der Zeitrafferaufnahme vom Foto- und Videografen Sean Stiegemeier. Hauptdarsteller des Videos ist der böse Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen, welcher in letzter Zeit den Flugverkehr in halb Europa lahm legte. Die Hintergrundmusik mit dem Titel “Kolniður” stammt von Jónsi, dem Sänger und Gitarristen der Band Sigur Rós, aus seinem Soloalbum Go. Er hat übrigens die Eigenart seine E-Gitarre mit einem Cellobogen zu spielen
Dieses Video vom Spanier Jorge Seva alias Alex Roman geht in der Designszene gerade rum, wie kaum ein anderes. Zu Recht. Nach anderthalb Jahren ist ihm ein phantastisches, audiovisuelles Meisterwerk gelungen, das mein Interesse für Architektur entfacht hat.
Can you give me solid ground,
‘cause all my footsteps turn me down.
One by one.
Can you give me free advice,
I don’t know if I can,
but I’ll try to listen.
And I can blast friendship to hell,
or I can try to make things better.
Believe me that I’ll make things better.
But they change the rules when it’s my turn,
so they can laugh and watch me burn.
I can laugh about it,
or I can cry about it,
I should ignore the words you say.
‘Cause they can hurt,
but won’t kill me.
They can hurt,
but won’t kill me.
They can hurt but won’t kill me.
A fist full of the things you love.
Life’s a quiz so cough it up.
Go on and cough it up now.
When the future’s far away,
it’s always better than today.
And everytime I’m having fun,
there’s something I’m doing wrong.
And all these warning lights are lit,
but always after you need it.
Yeah well anyway.
I can laugh about it,
I’d better try to laugh.
I can cry about it.
You’ll never see me cry.
I should ignore the words you say.
They can hurt,
but won’t kill me.
‘Cause they can hurt,
but won’t kill me.
They can hurt but won’t kill me.
So I can laugh about it,
yeah I’d better try to laugh.
I can cry about it.
You know you’ll never see me cry.
I should ignore the words you say.
They can hurt,
but won’t kill me.
‘Cause they can hurt,
but won’t kill me.
No they won’t kill me.
Endlich hatte ich gestern mal etwas Zeit für mich. Die Nordschleife war ab 17:15 Uhr geöffnet und der Wetterbericht hat es ausnahmsweise mal gut mit mir gemeint. Also rauf aufs Moped und hin. Vor Ort dann die Kreditkarte gezückt und nach einer gefühlten Stunde Wartezeit hatte ich endlich die lang ersehnte Jahreskarte in meiner Hand.

Nachdem ich drei Runden um den Kurs wie ein Anfänger herumgeschwuchtelt bin und zwei fiese Verbremser hatte - mal eben so einen kleinen Peugeot 205 kurz vor dem Karussel überholen… rein ins Karussel… ups zu schnell!… raus aus dem Karussel und wieder rein. So ein Peugeot 205 kann doch schneller sein als man denkt
- kam ab der vierten Runde endlich das Gefühl wieder und der Frust war halbwegs verflogen. Trotzdem scheint der Sturz vom letzten Jahr noch im Unterbewusstsein zu sitzen, denn so richtig flüssig lief es immer noch nicht. Dieses bekräftigten auch meine Knieschleifer. Komischerweise hatten die linken viel öfter Bodenkontakt als die rechten Schleifer, was im letzten Jahr - vor dem Sturz auf die rechte Seite - genau umgekehrt war. Naja, da hilft wohl fahren, fahren und fahren.
Das aufgebaute Moped lief gut. Trotzdem vermisse ich meine Akraauspuffanlage. Damit lief sie doch etwas geschmeidiger und klang besser. Die „Braking Waves“ Bremse machte mir nach der ersten Runde etwas Sorgen. Sie stank und fing beim Bremsen an zu rubbeln. Ich dachte schon, ich hätte mir direkt die teuren Bremsscheiben verzogen. Das Bremsenrubbeln legte sich jedoch zum Glück nach der zweiten Runde wieder. Trotzdem waren die guten „EBC HH“ in Kombination mit den originalen Bremsscheiben spürbar besser.
Bis zur Schließung der Nordschleife spulte ich sieben Runden ab und fühle mich heute wie „Mr. Muskelkater“ persönlich. Trotzdem bin ich heute einer der entspanntesten Menschen überhaupt, denn die Motorradsaison hat endlich auch für mich begonnen. ![]()